Wilde Ehe mit 24 Buchstaben…

B _ _ _ _ _ R _ _ _ _ _ _ V _ _ _ _ _ _ T _ _ S

Na? Habt ihr’s rausgekriegt? Ich geb euch noch einen kleinen Tipp: Es geht um kleine, leckere Knollen, die gekocht, in Scheiben geschnitten und in heißem Fett ausgebraten bis heute einer der absoluten Top-Hits unter den beliebtesten Speisen der Deutschen sind.

Ich mache heute aus dem ersten Teil des Wortes, unter dem man nach dem 2. Weltkrieg eine Beziehung von zwei Menschen nannte, die ohne Trauschein miteinander wohnten, einen leckeren Salat.

Ihr braucht dafür

gekochte und gepellte Kartoffeln nach Lust und Laune
Salat, Tomaten, Gurken – as you like it!
1 Zwiebel, Schnittlauch oder Lauchzwiebeln (grüne und weiße Pflanzenteile getrennt!!!), auch nach Lust und Laune

fürs Dressing:
250 ml Gemüsebrühe, heiß
2 TL Senf
3 EL Essig
2 EL Öl
Pfeffer, Salz, Gewürze nach Geschmack und Belieben

Die Kartoffeln in Scheiben schneiden und in heißem Fett ausbacken.

TIPP: Die Kartoffeln sollten in der Pfanne Platz haben, damit sie gleichmäßig bräunen können. Am besten also eine sehr große Pfanne nehmen, oder aber in Etappen die Kartoffeln ausbacken. Das Fett muss sehr hitzebeständig sein, da die Kartoffeln zunächst in großer Hitze für jeweils 3 Minuten von beiden Seiten scharf angebraten werden.

Wenn die Kartoffeln scharf angebraten sind, Hitze runterschalten, die in feine Würfel geschnittene Zwiebel oder die in feine Streifen geschnittenen „hellen“ oder „weißen“ Anteile der Lauchzwiebeln dazu geben und noch etwa 5 Minuten weiter braten. Noch einmal wenden und abermals 5 Minuten weiterbraten.

Pfanne vom Herd nehmen.

In einer Schüssel das Dressing zubereiten und wenn die Kartoffeln etwas abgekühlt haben, zu dem Dressing in die Schüssel geben.

Wenn die Kartoffeln in dem Dressing gut durchgezogen haben und fast abgekühlt sind, den Salat und die weitere Zutaten in „gefällige Stücke“ schneiden, wie Tim Mälzer zu sagen pflegt und zu den Bratkartoffeln geben.

Gut durchmischen – das darf auch gerne mal mit den (natürlich gewaschenen!!!) Händen gemacht werden, wenn die Menge groß ist!

Guten Appetit!

PS: Das Lösungswort war natürlich:

B R A T K A R T O F F E L V E R H Ä L T N I S

Aber das habt ihr natürlich längst rausbekommen! 🙂

Bratkartoffelsalat

Advertisements

Schwäbische Küche – Teil I

Solid, habhaft, konservativ, mitunter etwas derb wie der Schwabe selbst ist auch die schwäbische Küche. Die gutbürgerliche Hausmannskost dominiert. Experimenten in der Küche ist der Schwabe abgeneigt. „Was dr Bauer net kennt, des frißt er net!“ Ich bin mit einem Schwaben befreundet, dessen Konzertreisen ihn durch die ganze Welt führen. Wenn ich ihn aber nach den Spezialitäten der japanischen, indischen, südamerikanischen, oder auch nur italienischen Küche, nach Scampi und Fischen, nach Muscheln und Knoblauch frage, dann schüttelt er sich angewidert, froh, überall sein Steak und sein Schnitzel zu finden.

Soweit der schwäbische Mundartphilosph, Dichter und Denker Thaddäus Troll in seinem 1967 erschienenen Buch „Deutschland, deine Schwaben – Vordergründig und hinterrücks betrachtet“*

Wie wir wissen, ist zumindest die junge Generation der Schwaben, die mit Pasta, Döner und Co. aufgewachsen ist, schon etwas flexibler als jene Generation, von der Thaddäus Troll in seinem Buch schreibt. Und wir, als Menschen, die sich noch einige Schritte weiter von der klassischen, althergebrachten schwäbischen Küche entfernt haben, wir, die wir „koi Floisch“ essen und auch „koi Wurscht“, auch „koi gotzichs Oi“, wir wollen natürlich dennoch nicht auf jene leckeren Speisen verzichten, die unser eigenbrödlerischer Volksstamm im Laufe vieler Jahrhunderte hervorgebracht hat.

Ich werde daher – als bekennender Württemberger Schwabe – immer wieder Klassiker der Schwäbischen Küche, die „veganisierbar“ sind, hier vorstellen. Beginnen möchte ich mit dem berühmten

Schwäbischen Kartoffelsalat

Wir benötigen dafür

1 Pfund Kartoffeln
1 Zwiebel
1/4 Liter Wasser
1 TL Gemüsebrühe
1 TL Senf
Pfeffer, Salz
1 – 2 EL Essig
2 EL Öl

TIPP: Im Schwäbischen – und vermutlich nur dort – gibt es die Bezeichnung Salatkartoffel für die Art von Kartoffeln, die für die Herstellung von Kartoffelsalat am besten geeignet ist. Die prominenteste und auch beste Sorte Kartoffeln, die für Kartoffelsalat geeignet ist, ist die Sieglinde. Wenn es die nicht gibt, sollte man stets darauf achten, Kartoffeln zu verwenden, die als „vorwiegend festkochend“ bezeichnet werden. Auf keinen Fall mehlig kochende Kartoffeln verwenden.

Die Kartoffeln in der Schale kochen und nach dem Garkochen noch warm abziehen. Da ich mir dabei ständig die Hände verbrenne und mich darüber  unlängst bei meinen facebook-Freunden ausgeheult habe, bekam ich zwei gute Tipps:

TIPP: Als Rechtshänder ein Geschirrtuch über die linke Handfläche legen, die Kartoffel dort hinein legen und dann die Schale abziehen.

TIPP 2: Die Kartoffeln nach dem Garkochen das heiße Wasser abschütten und durch kaltes Wasser ersetzen. Nach fünf Minuten sind die Kartoffeln dann so weit abgekühlt, dass man sie unfallfrei schälen kann
(dieser Tipp kam von der Wirtin des Schwobastübles in Ebni im Schwäbischen Wald. Leider war es mir noch nicht vergönnt, dort einmal selbst einzukehren, aber ich glaube, die Wirtin inzwischen so gut „virtuell“ zu kennen, dass ich das Lokal ohne weiteres für einen Besuch empfehlen kann!)

TIPP 3: Noch besser ist es für die Kartoffeln und ihre Inhaltsstoffe, wenn sie nicht gekocht, sondern gedünstet werden. Danach einfach mit kaltem Wasser abschrecken!
(dieser Tipp kommt von einer sehr aufmerksamen Leserin, die mich darüber hinaus auch auf einen Fehler in der Logik des Rezepts hingewiesen hat, der inzwischen – natürlich – behoben ist. Danke Svenja Tenkes!

Wenn die Kartoffeln geschält sind, werden sie entweder mit dem Messer oder aber über einem Gurkenhobel in dünne Scheiben („Rädla“) in eine Schüssel geschnitten. Ich persönlich mag es lieber, wenn die Rädla etwas dicker sind, gerade wenn die Kartoffeln über einem Hobel gerädelt wurden, sind diese Rädchen dermaßen dünn, dass daraus dann gerne eine regelrechte Pampe wird, wenn sie dann gewürzt und mit Brühe, Essig und Öl versehen sind… der Schwabe an und für sich mag es aber so lieber. Aber der Schwabe an und für sich leert dann auch noch einen halben Liter Bratensoß‘ drüber – und das mag ich schon gleich gar nicht, selbst dann nicht, wenn sie vegan ist! 🙂

Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Und hier kommen wir an den nächsten Punkt, wo sich beim schwäbischen Kartoffelsalat die Geister scheiden. Die traditionalistischen Schwaben schneiden die Zwiebeln klein und geben direkt die heiße Brühe zu den Zwiebeln und den Kartoffeln. Ich bevorzuge die folgende Variante:

Die Zwiebelwürfel in einem kleinen Töpfchen, etwa in einer Stielkasserolle, in etwas Öl glasig zu dünsten. Dann 1/4 Liter Wasser dazu geben, das ganze zum Kochen bringen und 1 TL Brühpulver dazugeben. Alternativ und besser noch natürlich Gemüsebrühe, die selbst aus Gemüseabfällen hergestellt ist…  Das ganze kurz für etwa fünf Minuten köcheln lassen.

Durch das Andünsten und Köcheln der Zwiebel verliert sie ihre Schärfe und wird leicht süßlich. Die Kasserolle vom Herd nehmen, 1 TL Senf (oder nach Belieben mehr) einrühren.

Über die Kartoffeln gießen. Jetzt den Essig dazu geben. Gut umrühren und durchziehen lassen.

Das Öl (ich bevorzuge hier ein hochwertiges kaltgepresstes Öl, etwa Rapsöl) erst unmittelbar vor dem Servieren über den Kartoffelsalat geben und gut umrühren. Dadurch bekommt der Salat seinen speckigen Glanz, den wir Schwaben so lieben. Er wird, wie man hier sagt, schlotzig.

Man kann dann auch noch Schnittlauchröllchen darüber streuen, wenn man mag, dem puristischen Schwaben an sich ist das jedoch schon viel zu viel Grünzeug… 🙂

Guten Appetit!

*Deutschland, deine Schwaben, 1967 – Hoffmann & Campe, Hamburg
1972 erschien, ebenfalls im Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg „Preisend mit viel schönen Reden – Deutschland, deine Schwaben für Fortgeschrittene“

2013-06-06 20.07.09

Hasenfutter, spirituell

Hallo zusammen!

Heute habe ich einen wunderschönen, genussvoll-meditativen Tag gehabt. Seit einiger Zeit sitze ich hier am PC und höre Lieder aus der Communauté Taizé.

Taizé ist ein ökumenischer Männerorden in Burgund, der 1942 zunächst als Anlaufstelle für Kriegsflüchtlinge, Juden und Oppositionelle, die sich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit bringen mussten, von dem Schweizer Theologen Roger Schutz gegründet wurde. An Ostern 1949 legten dann die ersten sieben Brüder der Kommunität, Roger Schutz und sechs Mitbrüder, ihr Gelübde ab. Schutz nannte sich fortan Frère Roger und wurde der Prior dieser Gemeinschaft.

Waren es anfänglich vor allem evangelische Theologen, die nach Taizé kamen, um Frère Roger und seinen neuartigen Orden kennenzulernen, so kamen seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts zunehmend Jugendliche und junge Erwachsene aus aller Welt nach Taizé, um hier für eine begrenzte Zeit gemeinsam mit den Brüdern der Ordensgemeinschaft zu leben  und zu arbeiten. 1961 wurde die Versöhnungskirche gebaut, um den vielen Pilgern einen Ort der Einkehr zu bieten. Dieser Bau wurde möglich gemacht durch freiwillige Helfer aus aller Welt und der deutschen Aktion Sühnezeichen.

Seit den 1970er Jahren finden die üblicherweise in Taizé stattfindenden „Jugendtreffen“ immer auch an verschiedenen anderen Orten in der ganzen Welt statt, gemeinsam mit anderen treffen sich tausende Jugendliche und Erwachsene aus aller Welt wie in Taizé dort zum gemeinsamen Singen, Beten und Meditieren.

2005 fiel Frère Roger einem Mordanschlag zum Opfer, sein Nachfolger als Prior von Taizé wurde der deutsche Frère Alois.

Besonders bekannt ist Taizé insbesondere auch wegen seiner wundervollen Musik. Die Gesänge von Taizé, meist von sehr eindrucksvoller Schlichtheit, basieren in der Regel auf Bibelstellen, sie sind in lateinischer Sprache verfasst sowie vollständig oder in einzelnen Strophen in den Sprachen, die in Europa gesprochen werden.

Communauté Taizé

Musik aus Taizé

 

Hier noch ein kurzes Fürbittengebet aus Taizé, weil es heute und an jedem Tag so aktuell ist.

 

Um Frieden in der Welt und die Befreiung aller Menschen, Herr, bitten wir dich.

Für die Christen, daß sie unermüdlich nach sichtbarer Einheit suchen.

Um Aufrichtigkeit im politischen Leben, um Gerechtigkeit in der Gesellschaft.

Für alle, die Mühe haben, ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Für alle, denen es verwehrt ist, ihre Fähigkeiten einzusetzen.

Für alle, die kein Zuhause, kein Obdach haben.

Für alle, die unter Einsamkeit und Verlassenheit leiden.

Für alle, die mißbraucht oder verleumdet werden.

Für alle, die sich um Menschen kümmern, die den Boden unter den Füßen verloren haben.

 

Nach diesem kleinen Ausflug in die spirituelle Welt von Taizé, die mir immer wieder ganz enorme Kraft schenkt, kehre ich jetzt wieder in die ganz alltägliche Welt zurück.

Wie schon der Titel meines Blogs sagt, geht es heute um Hasenfutter, genauer gesagt, es geht um eine leckere

 

Möhren-Apfel-Rohkost mit zweierlei Öl, Orangensaft und Cashewkernen

Ihr benötigt dazu:

1 Pfund Möhren
2 Äpfel, gerne etwas säuerlich
1 Orange
2 TL Kürbiskernöl
1 TL Erdnussöl, kaltgepresst
1 TL dunklen Ahornsirup
1 Messerspitze Zimt
einige Cashewkerne

Möhren gut putzen und fein raspeln.

Äpfel gut waschen, nicht schälen, ebenfalls fein raspeln.

Orange auspressen und den Saft über die Möhren und Äpfel geben.

Kürbiskernöl, Erdnussöl und Ahornsirup über die Möhren träufeln.

Gut umrühren, Cashewkerne drüber streuen.

Anrichten, fertig.

Guten Appetit!

möhrensalat