Gar keine harte Nuss

… ist die Mandel, die ich ja bereits in meiner „Kleinen Warenkunde“ ausführlicher vorgestellt habe und die gestern einen würdigen Abschluss zu den wunderbaren Canelloni nach Attila Hildmann liefern sollte und zwar in Form eines ebenso schnell gezauberten wie leckeren Desserts auf der Basis der ebenfalls schon vorgestellten Schokomousse. Es ist immer wieder verblüffend, wie toll sich manche Rezepte so abwandeln lassen, dass man nur ein, zwei Komponenten verändert und doch jedesmal wieder ein neues, leckeres Gericht erschaffen hat.

Beginnen möchte ich heute aber mit etwas Musik. Als ich mich intensiver mit der Mandel, sozusagen meiner ganz persönlichen Lieblingsnuss beschäftigt habe, die genau genommen ja eigentlich gar keine Nuss ist, sondern lediglich der Kern einer – wenngleich ungenießbaren – Frucht ist, ganz ähnlich dem Aprikosenkern, der ja gerne auch als Mandelersatz hergenommen wird oder für das dem Marzipan nicht nur namentlich, sondern auch geschmacklich sehr ähnliche Persipan, habe ich mich eines Liedes erinnert, das ich aus meiner Jugend in diversen evangelischen Jugend- und Friedensgruppen kennen und lieben gelernt habe. Es ist von dem israelischen Theologen und Journalisten Shalom Ben-Chorin , der sich so vehement wie kein anderer für den Dialog zwischen Juden und Christen eingesetzt hat. Die Beschäftigung mit der „Theologie nach Auschwitz“ hat ihn sein Leben lang begleitet. Geboren wurde er 1912 in München unter dem Namen Fritz Rosenthal, gestorben ist er 1999 in Jerusalem. Shalom Ben-Chorin heißt übersetzt „Frieden, Sohn der Freiheit“.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAHier ein youtube-Link zu „Freunde, dass der Mandelzweig“, diesem ebenso schönen wie tief berührernden Stück, das Ben-Chorin im Jahr 1942 unter dem schrecklichen Eindruck der Shoah, dem grausamen Mord an mehr als 6 Millionen Juden, Männern, Frauen, Kindern sowie des von Hitler losgetretenen „Weltenbrands“, dem Zweiten Weltkrieg, schrieb, sowie der Text dieses bewegenden Liedes:

Freunde, dass der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
daß die Liebe bleibt?

Dass das Leben nicht verging,
soviel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering
in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg,
eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig,
sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig,
wie das Leben siegt.

(Das Lied ist auch enthalten im Evangelischen Gesangbuch, Nr. 651)

(Quelle: predigtforum.at)
(Bildnachweis: djk, Deutscher Sportverband e. V., katholischer Bundesverband für Breiten- und Leistungssport)

Nun aber zu dem versprochenen Dessert, ich hoffe, es schmeckt euch genau so, wie es uns geschmeckt hat!

Ihr braucht dazu

 400 Gramm Seidentofu
200 Gramm ganze Mandeln, ungeschält
1 TL dunkles Mandelmus
2 TL weißes Mandelmus
1 TL Vanille-Zucker
2 TL Agaven-Dicksaft

Alle Zutaten kommen in den Mixer und werden intervallartig gemixt, so lange, bis die Mandeln einigermaßen zerkleinert sind. Dann auf kleiner Stufe noch etwa 1 – 2 Minuten gleichmäßig mixen, damit die einzelnen Zutaten sich gut verbinden können.

Das ganze wird dann umgefüllt in eine Glasschüssel und mehrere Stunden im Kühlschrank gekühlt.

Guten Appetit!

Mandelcreme

(Bildnachweis: Daniela P.)

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4 Gedanken zu “Gar keine harte Nuss

  1. Oh sieht das lecker aus! Wenn doch nur Mandelmus nicht so teuer wäre. Für einen studentischen Geldbeutel leider etwas suboptimal 😦 Meinst du, man kann das auch mit 2 TL Tahin machen? Ob das am Geschmack arg etwas ändert?

    Liebe Grüße

    • hallo! wie heißt du eigentlich wirklich? ich mag dich irgendwie net mit „federchen“ ansprechen.. 🙂

      bei der „kleinen warenkunde“ zur mandel sind auch zwei links dabei, wie du ganz einfach mit geschälten mandeln und öl mandelmus selber machen kannst. das ist viel, viel billiger. tahin würd ich an deiner stelle nicht nehmen, das hat ja einen viel würzigeren geschmack. das würde nicht passen. aber einstweilen reicht es hier auch, wenn du das mandelmus ganz weg lässt und einfach nur die mandeln ungeschält mit dem seidentofu in den mixer packst. gib noch ein bissle mehr vanille dazu und du hast zwar nicht DAS dessert hier, aber ein mindestens genau so leckeres! viel spaß beim nach“kochen“! 🙂

      • Haha ja Ralf, wenn ich wöllte, dass man meinen richtigen Namen weiß, dann würde ich nicht unter einem Pseudonym kommentieren 😉 Das liegt einfach daran, dass ich auf ein paar wenigen Blogs etwas preisgegeben habe, das ich nicht mit meiner „richtigen“ Person in Verbindung gebracht haben möchte, weil es nur sehr vertraute Menschen wissen (dürfen). Da ich ebenfalls aus Stuttgart komme, lesen hier sicher einige Veganer mit, die ich persönlich kenne.

        Danke jedenfalls für die Tipps zum Mandelmus 🙂

        Liebe Grüße F. (ist das besser? wohl nicht 😀 )

      • ja, ich kann dich gut verstehen, „f.“. und ich akzeptiere das natürlich! was bleibt mir übrig! 🙂

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