Tofu-Schnetzel-Gemetzel a la rabiata

Heute war eigentlich Spargel essen angesagt. Das hat sich aber auf morgen verschoben, was nicht weiter schlimm ist, aber ich musste eben umdisponieren.  Beim Blick in den Kühlschrank fiel mir eine Packung Naturtofu auf, die dringend verzehrt werden wollte. Und da geschah das Unfassbare…

Die Verdächtigen
1 Packung Tofu natur (sollte von eher fester Konsistenz sein, das ist später wichtig!)
Sojasoße (nach Möglichkeit natürlich ohne Glutamat)
Olivenöl
3 oder mehr Knoblauchzehen, je nach Lust und Laune
etwa 3 cm frischen Ingwer (der Ingwer muss frisch sein, kein Pulver oder Granulat!!)
1 oder mehr Chilischoten, je nach Schärfebedarf
Getreide- oder Sojamilch
neutrales Öl
Sesamöl (wer es mag)
Gewürze ebenfalls nach Lust und Laune, in meinem Fall war es ein Probepäckchen „Witwe Boltes Brathendlgewürz“ von Sonnentor, das ich noch im Küchenschrank hatte.
Pasta nach Belieben
Salz

Dieses Gericht braucht, zugegebenermaßen, Zeit. Es ist also nichts für spontane Hungerattacken. Warum? Weil der Tofu, der später die Hauptrolle in dem Gemetzel spielen wird, erst mal einige Stunden mit einigen der Verdächtigen völlig arg-  und ahnungslos rumhängen wird…

Der Tathergang
Den Tofublock in möglichst gleichmäßige Streifen schneiden. Am besten geht das, wenn man ihn erst mal in vier gleich große Scheiben und dann noch einmal in Streifen schneidet. Das, was dann dabei rauskommt, sieht von der Form aus wie Kalbsgeschnetzeltes, nur halt eben ohne Kalb. Deshalb ist es auch wichtig, dass der Tofu von Haus aus so fest wie möglich ist, weil er sonst zerfällt.

Danach in ein verschließbares Gefäß geben und mit Sojasoße beträufeln und Olivenöl drüber geben.

Die Knoblauchzehen in schmale Scheiben schneiden.

TIPP: Knoblauchzehen NIEMALS durch so eine fürchterliche Knoblauchpresse drücken, davon wird der Knoblauch bitter und sehr scharf!!

Den Ingwer schälen (geht am besten mit einem sehr scharfen Tourniermesser oder mit einem Teelöffel) und in ganz, ganz klitzekleine Würfelchen schneiden.

Die Chilischote(n) entweder einfach nur in Röllchen schneiden (wer es gerne schärfer mag) oder den Bürzel abmachen, halbieren, die Kerne UND die Scheidewand (das Weiße) rausschneiden, denn die Schärfe sitzt bei Chili immer in der Schale und in der Scheidewand.

Zu dem Tofu in das Gefäß geben.

Das Gefäß verschließen und dann den Inhalt gut durchschütteln. Jetzt für mehrere Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Stunden später…

Jetzt eine Pfanne aufsetzen – ich persönlich arbeite am liebsten mit der Wok-Pfanne, 2 – 3 EL neutrales, hitzebeständiges Öl hineingeben (am besten Sonnenblumenöl) und je nach Geschmack 1 TL Sesamöl dazu geben.

TIPP: Bitte kein Oliven- oder sonstiges kaltgepresstes Öl verwenden, das wäre total schade, weil das Öl dann zu heiß wird und seine sämtlichen wertvollen Inhaltsstoffe verliert. Und dafür ist gutes Olivenöl einfach zu schade!

Nebenher das Nudelwasser aufsetzen. In einen großen, möglichst hohen Topf je 100 Gramm Pasta 1 Liter Wasser und 10 Gramm Salz (2 TL) geben. Die Menge Salz hört sich erstmal viel an, aber Pasta braucht viel Salz, um gut zu schmecken.

TIPP: Bitte kein Öl in das Wasser geben. Immer wieder hört man diesen Blödsinn, der sich irgendwann mal eingeschlichen hat, aber völlig unsinnig ist. Pasta hat immer eine etwas rauhe Textur, so kann sich die Soße gut mit ihr verbinden. Wenn man Öl ins Wasser gibt, umschließt das Öl diese rauhe Textur, so dass die Soße und die Pasta nachher in der Pfanne keine Chance haben, sich zu vereinen. Und das wäre ja schade!

Jetzt den Tofu über dem Gefäß mit der Marinade abtropfen lassen (die Marinade nicht wegschütten, sie wird noch gebraucht!!) und den Tofu in die Pfanne mit dem heißen Öl geben. Fünf Minuten bei mittlerer Hitze braten lassen, dann in der Pfanne schwenken und weitere fünf Minuten braten. Jetzt je nach Lust und Laune Marinade in die Pfanne über den Tofu geben und noch einmal 2, 3 Minuten weiterbraten. Jetzt aber immer mal schwenken, damit nichts anbrennt. Schließlich etwa 200 ml Getreidemilch oder auch Wasser und einen Schuß vegane Sahne hinzugeben, kurz noch einmal durchschwenken und von der Herdplatte nehmen.

TIPP: Die Soße wartet immer auf die Pasta. Niemals die Pasta zu früh kochen und dann abgießen. Immer so arbeiten, dass erst die Soße fertig ist und dann die Pasta!

Wenn die Pasta noch gut al dente ist (ca. 2 Minuten vor der auf der Packung angegebenen Zeit), abgießen und direkt in die Pfanne zum Tofu geben. Alles noch einmal gut durchschwenken, 2 Minuten ruhen lassen und dann servieren. Die Pasta gart in dieser Zeit weiter und ist dann genau richtig und auf den Punkt al dente!

Guten Appetit!

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5 Gedanken zu “Tofu-Schnetzel-Gemetzel a la rabiata

  1. Huhu,
    der Trick mit der Knoblauchpresse ist folgender: Knoblauch durch die Presse jagen und unmittelbar sofort genau jetzt mit Salz verrühren. Das nimmt das Bittere und die Schärfe heraus. Dann weiter verarbeiten.
    Ich persönlich würde auch niemals Knoblauch pressen, für ein zu kochendes Gericht. Doch für die etwas extravenaere Salatsoße à la Papa mache ich das genau so, toll!

  2. Ich gebe zu, ich bekomme sie nie so extravagant hin, wie mein Vater, der mir einmal das Rezept verriet, an das ich mich noch vage erinnere: Zuerst den Knoblauch pressen und mit Salz verrühren. Dann Olivenöl (in extraveganen Momenten nehme ich geröstetes Arganöl) und einen besonderen Essig (… kann mich nicht erinnern, ich nehme dann Balsamico, doch da kann man sich austoben). Etwas Sojasoße, Salz und Pfeffer. Dazu Romana Salat mit roten Zwiebelstreifen.
    Hoffe extravagant genug. Einfach lecker:)

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