Alles Käse oder was? – Selbstgemachte Alternativen zum Käse vom Tier

Nachdem ich am Wochenende sehr viel experimentiert habe, unter anderem mit Seitan (mit eher mittelprächtigem Erfolg) und mit diversen Käsealternativen zum Selbermachen, möchte ich jetzt gerne ein erstes Fazit zum Käse abgeben. Den Seitan hänge ich einstweilen unter den Mantel der Gechichte und lasse ihn dort auch vorläufig hängen. Ich habe meinen ersten selbstgemachten Seitan heute morgen in aller Stille würdevoll beigesetzt. Ruhe er in Frieden.

Nun also zum Käse.

Ausgngslage war eine Rezeptseite der Tierversuchsgegner Saar e.V., auf die ich in einer Stuttgarter Vegan-Gruppe auf Facebook gestoßen bin. Ich habe mich zunächst dafür entschieden, den “Mozzarella” und den “Frisch”käse” mit italienischen Kräutern und Oliven” auszuprobieren.

Der Mozzarella:
Ich war beim Zubereiten etwas skeptisch, da das, was da auf dem Herd vor sich hin blubberte, doch eher befremdlich aussah von Konsistenz und Farbe und auch etwas eigentümlich roch. Doch als ich gestern davon ein wenig probiert habe, muss ich sagen, dass er doch recht gut schmeckt. Zwar nicht annähernd nach Mozzarella, aber das ist auch nicht weiter bedenklich, zeichnen sich die Milchkugeln, die man landläufig so im Supermarkt findet ohnehin vor allem dadurch aus, dass sie nach absolut gar nichts, bestenfalls noch nach Salz schmecken.
Von der Konsistenz ist “mein” Mozzarella nicht so “formbeständig” wie der aus dem Supermarkt, eher wie ein sehr stichfester Joghurt. Er schmeckt ein wenig wie Hefeschmelz, was naheliegend ist, da dieser ebenfalls mit Hefeflocken hergestellt wird.
Wie in der Beschreibung auf der Rezeptseite beschrieben, schmeck der Mozzarella am besten a la caprese, also mit Basilikum, Tomaten und Balsamico. Pur würde ich ihn nicht unbedingt essen, und auf der Pizza wird er vermutlich nicht verlaufen, da wäre dann doch wieder der Hefeschmelz zu empfehlen oder aber die diversen veganen Pizzakäse-Alternativen, die mir aber nicht so sehr zusagen.
Ich werde beim nächsten Mal noch eine gute Menge getrockneter italienischer Kräuter und etwas Chili mit einbauen, damit er noch mehr Charakter bekommt.

Der “Frischkäse”:
Nachdem ich die Sojamilch wie beschrieben aufgekocht hatte und den Zitronensaft eingerührt, war ich doch sehr irritiert, denn im Rezept hieß es, man solle “die gestockte Masse” noch etwas weiterrühren – nur: es WAR keine gestockte Masse. Die Milch war so flüssig wie vorher! Schon etwas frustriert goss ich dennoch die Flüssigkeit über dem Sieb ab, und siehe da, es setzte sich eine Art “Quark” ab, während die “Molke” unten aus dem Sieb tropfte.
Ich habe die Masse dann abkühlen lassen, mit frischem Schnittlauch, einer kleingehackten Chilischote, Pfeffer, Salz und ein paar Spritzern Tabasco gewürzt, in ein Schraubdeckelglas abgefüllt und über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Ach ja, Oliven hatte ich keine und auch mit den “italienischen Kräutern” sah es schlecht aus, zumindest mit frischen Kräutern. Heute früh war ich dann neugierig und habe mir eine Scheibe Vollkornbrot damit bestrichen und ich muss sagen: WOW! Ich bin echt begeistert. Der Frischkäse erfüllt meine kühnsten Erwartungen und man kann ihn mit gutem Gewissen essen – einmal, was die Nährwerte angeht und auch, was das gute Gefühl angeht, Käse zu essen ohne damit Tieren ein Leid angetan zu haben!
Beim nächsten Mal werde ich weitere frische Kräuter dazugeben, Estragon vielleicht, etwas Kerbel, Petersilie, Frühlingslauch, eine Knoblauchzehe vielleicht, dann wird das noch viel kräuteriger, oder aber man könnte ihn indisch zubereiten, mit Curry, Garam Masala und kleingeschnittenen getrockneten Aprikosen und Rosinen, oder doch eher arabisch, mit Harissa, Ras-el-Hanoud und ein wenig geröstetem Sesam, vielleicht auch etwas Falafelgewürz, griechisch mit Tzatziki-Gewürz – ach, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Fazit:
Meine ersten Gehversuche mit dem selbstgemachten veganen Käse lassen – was diese Art von Käse angeht – keine Wünsche offen!

Was mir jetzt noch fehlt, ist eine wirklich gute Alternative zu Parmigiano Reggiano, Grana Padano, Pecorino oder Sbrienz. Ich liebe diese Hartkäse, die man mit einem Gläschen Rotwein, einem Stück Ciabatta und einem guten Buch an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon genießt. Und wohlgemekrt: ich meine NICHT diesen komischen Fußkäse, den man beim Italiener an der Ecke bekommt, um damit seine zu weich gekochte Pasta vollends zu ruinieren. Dafür brauche ich nun wirklich keine Alternative!

Wer mir aber für meinen geliebten Hartkäse einen Tipp geben kann – den schließe ich für ewig in mein Nachtgebet ein!

Einen schönen Tag und einen guten Start in diese Herbstwoche Ende Mai wünsche ich!

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