Die Pizza kugelt sich vor Freude und der Reis gibt sich karibisch süß…

Kennt ihr das auch? Es ist kalt, nass, fies – am liebsten möchte man im Bett bleiben. So ging es mir auch, heute, an diesem Spätherbsttag im Mai 2013. Aber: ich hatte ja heute etwas vor. Heute war wieder einmal Kochtag mit Daniela.

Also, raus aus den Federn, erst mal in die Küche schlurfen und einen schönen Kaffee aufsetzen. Brot mit lecker Schokocreme (natürlich vegan!) geschmiert und dann erstmal Mails checken und nachsehen, was es in den sozialen Netzwerken so Neues gibt.

Dann rasch noch in der Küche klar Schiff machen und dann ab ins Bad.

Kurz vor Mittag hat mich dann Daniela abgeholt und wir sind zum Einkaufen gefahren. Wir hatten heute etwas besonderes zum Kochen ausgesucht, besonders in jeder Hinsicht: Als Hauptgang sollte es Pizzaknödel mit Fenchel-Tomaten-Gemüse geben und zum Nachtisch Kokos-Milchreis. Beide Rezepte stammen von Nicole Just aus dem Buch “La Veganista – Lust auf vegane Küche”

Leider kann ich euch die Rezepte hier nicht komplett verraten, ich verweise euch statt dessen abermals auf das oben genannte Buch von Nicole Just, es ist mit knapp 17 Euro echt erschwinglich und die Anschaffung lohnt sich absolut, bei den meisten Rezepten bekommt man schon beim Lesen so richtig Appetit!

Nur soviel: Die Pizzaknödel müsst ihr euch vorstellen wie Semmelknödel, nur dass sich anstatt der Petersilie und den Zwiebeln eine Mischung aus gebratenem Räuchertofu, getrockneten Tomaten und Zwiebeln sich mit italienischen Kräutern in den leckeren Knödelchen tummelt.

Kleiner Tipp: wenn ihr euch das Buch geholt habt und ihr kocht das Rezept nach, schneidet die Tofuwürfelchen so klein wie möglich und bratet sie scharf an. Zwar schmeck das auch so, wie wir es gemacht haben, aber so ganz kleine Tofustückchen, grad wie gebratene Speckwürfelchen, das wär dann der ultimative Kick gewesen.

Ach ja, und eines noch: falls ihr beim Bäcker vorgeschnittenes Knödelbrot holt, achtet darauf, dass ihr den Verschlussstreifen von der Brotpackung nicht mit in die Knödel einarbeitet – das kann sonst zu üblen Überraschungen führen, die leider gar nicht lustig sind!

Der Kokos-Milchreis ist im Grunde ganz einfach gemacht, anstatt nur mit Getreidemilch, macht man ihn mit Kokosmilch und Sojamilch, Vanille und Zucker. Wir haben uns dafür entschieden, die Zuckermenge im Vergleich zu Nicole Just ein wenig zu reduzieren, was aber dennoch sehr lecker geschmeckt hat, vermutlich wäre er uns ansonsten sogar zu süß geraten!

Kleiner Tipp: Beim Milchreis bitte drauf achten, dass ihr die Milch ständig rührt, bis sie kocht, dann den Reis einrühren, kurz unter ständigem Rühren aufkochen und danach am besten den Topf mit einem Deckel drauf vom Herd nehmen. Dann kann nichts mehr anbrennen und der Reis kann mit der Resthitze im Topf in Ruhe ausquellen.

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame habe ich mich entschlossen, nun auch Bilder in mein Blog einzubauen. Ich bin kein Food-Blogger, ich kann nicht fotografieren – dementsprechend laienhaft sehen deshalb auch die Fotos aus!

Liebe Grüße und lasst es euch schmecken!

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Vom Lebens-Wert

Zum ersten Mal wurde ich sehr nachdenklich, als am Tag, nachdem ich fröhlich bewegt und inspiriert vom Vegan Street Day hier in Stuttgart war, als ich in einer Diskussion um das Thema „Blutspende“ die Aussage fand „Ich spende kein Blut, weiß ich denn, ob am Ende nicht ein Fleischesser mein Blut bekommt und dadurch am Leben bleibt“. Ich musste diesen Satz – den ich hier nicht mehr wörtlich wiedergeben kann, aber sinngemäß durchaus – mehrmals lesen, weil ich mir beim ersten Mal nicht sicher war, ob ich das wirklich gelesen hatte.
Da sagt ein Mitglied einer Gruppe in facebook allen Ernstes: lieber stirbt ein Mensch, dessen Fehler es ist, Fleisch zu verzehren, bevor er mein Blut bekommt. Welches Weltbild, welches Menschenbild steckt hinter einer solchen Aussage? Ich nehme den Tod eines Menschen billigend in Kauf, weil er meinen Lebensstil nicht teilt. Das muss man sacken lassen, so etwas hört man nicht alle Tage. Glücklicherweise war ich nicht der einzige, der diese Aussage sofort und sehr deutlich kritisiert hat. Aber dennoch bleibt die Frage: wie kann ein Mensch, der ganz offensichtlich über sehr viel Empathie Tieren gegenüber verfügt, dennoch so eiskalt und gefühllos Menschen gegenüber sein? Wie groß muss die Enttäuschung über Menschen sein, damit man so wird. Kann das alleine daran liegen, dass diese Menschen Fleisch essen? Kann die Tierliebe so weit gehen?

Anfangs war ich schockiert und entsetzt und bin es immer noch, aber ich habe mir überlegt, ob es nicht daran liegen könnte, dass diese – ich glaube es war eine „sie“ – Userin sich sehr intensiv mit dem Thema Tierleid auseinandergesetzt hat und sich angesichts dessen, was aus der industriellen Tierhaltung oder auch einfach nur von brutalen Tierquälern jeden Tag zu sehen und zu hören ist, eine ganz tiefe Wunde in die Seele der Frau geschlagen hat.
Die Frage bleibt: ist es dennoch gerechtfertigt, eine solche Haltung an den Tag zu legen? Ich denke, bei allem Verständnis für ihre Wut und ihre Verbitterung: nein. Nein, es kann und darf nicht sein, dass uns das Wohl der Tiere wichtiger ist als das Wohl der Menschen. Damit würde man den einen Denkfehler durch einen anderen ersetzen.

Letztlich kann es doch nur darum gehen, dass Menschen und Tiere in Eintracht und Harmonie MITeinander leben. Weder darf der Mensch die Tiere, die unsere Mitgeschöpfe sind und genau so von göttlichem Odem beseelt sind wie wir, zu seinem eigenen Wohl ausbeuten, noch kann es uns egal sein, wenn Menschen leiden.

Tieren wurde im Verlauf der Menschheitsgeschichte unendliches Leid von Menschen zugefügt und das ist nach wie vor so. Tiere werden ausgebeutet, Tiere werden als Versuchsobjekte missbraucht, sei es für die Medizin, für kosmetische Produkte, Chemikalien oder ganz besonders perfide: zur Erprobung von Kriegswaffen. Tiere werden aus schierer Lust am Quälen brutal misshandelt, Tiere verkommen zur Ware, Tiere dienen dem menschlichen Spaß- und manchmal sogar dem menschlichen Lustgewinn.

Ebenso wurde Menschen im Lauf der Menschheitsgeschichte unendliches Leid von anderen Menschen zugefügt und auch das ist nach wie vor so. Kriege, Pogrome, Inquisition, die Shoah, der Einsatz von Agent Orange in Vietnam, Chemiewaffen in Liyben, „Kolateralschäden“ beim „Chirurgischen Krieg“ im Golf, der 11. September, Rostock, Mölln, Solingen, der alltägliche Rassismus, um nur einige der furchtbaren Verbrechen von Menschen an Menschen.

Ich bin Christ. Aus Überzeugung, aus einem tief in mir verwurzelten Glauben. Eine der Personen der Kirchengeschichte, die mich persönlich am meisten beeindruckt haben, war Giovanni Battista Bernardone, besser bekannt als Franziskus von Assisi. Der Heilige Franziskus war der Sohn reicher Eltern, der als junger Mann beschlossen hat, seinen Reichtum aufzugeben, ihn buchstäblich seinem Bischof und seinem Vater vor die Füße geworfen, um fortan nach dem Vorbild Jesu zu leben. Der heilige Franziskus gilt als Schutzpatron der Tiere, ihm zu Ehren wird am 4. Oktober der Welttierschutztag gefeiert. Man sagt, er habe eine besondere Beziehung insbesondere auch zu Tieren gehabt und er sah in allen beseelten und unbeseelten Lebewesen, wie er es nannte, also in allen Menschen, Tieren und Pflanzen Geschöpfe und damit Geschenke Gottes. Obgleich ich evangelisch bin, habe ich zu diesem Heiligen der katholischen Kirche eine besondere Verbindung. Schon als kleiner Junge war ich davon fasziniert, wie er mit Vögeln betete, wie er ganz selbstverständlich alle Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen ehrte  und würdigte.

Und genau deshalb ist es für mich auch völlig undenkbar, dass ich gleichgültig daneben stehe, wenn einem Tier Leid zugefügt wird. Genau so undenkbar wäre es für mich aber, dabei zuzusehen, wie einem Mensch Leid angetan wird. Beide haben mein Mitgefühl und meine Hilfe verdient. Und wenn durch meine Hilfe, durch meine bewusste Entscheidung, kein Fleisch und keine tierischen Produkte mehr zu verzehren, das Leid der Tiere verringert werden kann, dann wiegt das für mich nicht weniger, aber auch nicht mehr, als wenn durch meine Hilfe – und im Zweifelsfall durch mein Blut – einem Mensch das Leben geschenkt werden kann.

Ich habe als Kind sehr häufige und lange Krankenhausaufenthalte und viele Operationen über mich ergehen lassen müssen. Ohne die Hilfe von Menschen, die ich nicht kenne, und die mich nicht kennen, wäre ich heute nicht mehr am Leben. Denn diesen Menschen – oder vielmehr ihrem Blut – habe ich zu verdanken, dass die Operationen, die für mich über-lebenswichtig waren, erfolgreich durchgeführt werden konnten. Hätten diese Menschen so gedacht wie die junge Frau in der Gruppe, dann gäbe es dieses Blog nicht, dann gäbe es diesen Artikel nicht. Dann wäre ich vor ziemlich genau 43 Jahren im Alter von einem Jahr verstorben.

Alles Tofu oder was?? Kleine Warenkunde, Teil I

Hallo! Als Neu-Veganer lernt man schnell, dass Tofu keineswegs nur eine geschmacksneutrale, schwammartige, blasse und mehr oder weniger freudlose Substanz ist, sondern dass er zum einen schon von Haus aus in vielen verschiedenen Arten daher kommt und darüber hinaus quasi unendlich kombinierbar ist. 

Was er allerdings nicht nötig hat, ist der Versuch vieler Nicht-Veganer, ihn als wenig tauglichen Fleischersatz zu diskreditieren, zum einen, weil er von seinen Nährwerten nicht nur ein hochwertiger Ersatz für Fleisch ist sondern sogar erheblich besser, zum anderen, weil man aus ihm tatsächlich Gerichte zaubern kann, die „wie“ Fleischgerichte daherkommen und letztlich, weil er seit jeher in den asiatischen Küchen beheimatet ist und zwar als das, was er ist: ein absolut vollwertiges Nahrungsmittel.

Durch die Gerinnung der Eiweißbestandteile aus der Sojamilch mithilfe von Salzen oder Säuren wird der Tofu hergestellt und in unterschiedlichen Verfahren von der zurückbleibenden Flüssigkeit abgetrennt. Traditionell verwendet man zur Gerinnung Nigari (Magnesiumchlorid), der Tofu heißt dann auch nigari tōfu, in Okinawa (Japan) verwendet man zum Fällen Meerwasser, der Tofu heißt dort shima-dòufu.

Der weichste hierzulande gebräuchlichste Tofu ist der Seidentofu (nèn-dòufu oder huá dòufu in China bzw. kinugoshi tōfu in Japan), hier findet der Gerinnungsprozess der Milch in der Verpackung statt, dieser Tofu ist sehr weich, von der Konsistenz her vergleichbar mit Pudding.

Beim Nigari-Tofu wird der Gerinnungsprozess an einer bestimmten Stelle unterbrochen, die überschüssige Flüssigkeit wird über Gewebe abgegossen und über bleibt der „Kuchen“.

Dem  „westlichen“ Tofu (doùgan) wird die überschüssige Flüssigkeit durch mechanisch erzeugten Druck aus dem Kuchen herausgepresst, wodurch dieser stark verdichtet wird und dadurch eher kleinporig und sehr fest wird.

Die Ursprünge des Tofu liegen vermutlich im Altertum. In China wurde im 2. Jahrhundert vor Christus erstmals Tofu hergestellt und sich von dort aus im Lauf mehrerer Jahrhunderte über ganz Asien ausgebreitet. Die Bezeichnung Tofu ist japanischen Ursprungs, der Quark aus Sojabohnen wurde dort erstmals so benannt.

Es ist wenig darüber bekannt, wie es dazu kam, dass Tofu hergestellt wurde, eine verbreitete Theorie geht davon aus, dass bei der Zubereitung von Sojabrei dieser durch verunreinigtes Meerwasser mit Magnesiumsalzen in Berührung gekommen wäre und dadurch zufällig der Gerinnungsprozess in Gang gesetzt worden sei. Eine andere Theorie besagt, dass die Herstellung von Tofu noch älteren Ursprungs ist und die Chinesen die Zubereitungsart von eingewanderten Mongolen und Indochinesen erlernt hätten. Als Beleg für diese These wird darauf verwiesen, dass die Chinesen die mongolische gegorene Milch rufu genannt haben und dass hier eine etymologische Ähnlichkeit zum Wort dòufu hergestellt werden kann, aus dem sich im Lauf der Zeit der heute gebräuchliche Ausdruck Tofu entwickelt hat.

Beschreibungen der Produktion von Tofu in China sind aus dem 10. bis 14. Jahrhundert und aus von verschiedenen Dynastien überliefert.

In Japan hat sich der Tofu vermutlich mit der Ausbreitung des Buddhismus etabliert, da er für die vegetarische Lebensweise der Buddhisten eine wichtige Proteinquelle dargestellt hat.

In den westlichen Kulturen setzt sich der Tofu erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts, begünstigt durch die Verbreitung des Vegetarismus in dieser Zeit, mehr und mehr als hochwertige pflanzliche Eiweißquelle durch.

Neben dem hierzulande verbreiteten „europäischen“, sehr festen Tofu, dem etwas weicheren Nigari-Tofu und dem weichen Seidentofu gibt es in Asien noch eine Fülle weiterer, sehr unterschiedlicher Tofu-Sorten sowie Tofu aus schwarzen Bohnen (hēidòuhuā) oder Tofu aus Erdnüssen (jimami doufu).

Auch aromatisierte und mit Kräutern, Gewürzen, Gemüse, Obst versetzte Tofu-Arten erfreuen sich, ebenso wie der geräucherte Tofu hierzulande inzwischen immer größerer Beliebtheit.

(Quelle: wikipedia)

Maus in Schokolade…

Wie ihr im letzten Artikel schon lesen konntet, habe ich gestern das große Vergnügen gehabt, mit einem lieben Menschen nicht nur lecker zu kochen, sondern auch lecker zu essen.

Eines der Rezepte, die wir gestern gekocht  haben, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Man braucht dazu gar nicht viel, lediglich

1 Packung Seidentofu
1 Tafel Zartbitterschokolade
Vanillezucker nach Geschmack
Agavendicksaft (oder ein anderes Süßmittel nach Wahl und Geschmack)
etwa 100 Gramm Cashewkerne

sowie

1 Standmixer und 1 Kühlschrank.

Schokolade raspeln oder hobeln, mit allen anderen Zutaten in den Mixer geben, etwa 1 bis 2 Minuten, je nach Mixer, gut durchmixen, in eine Schüssel oder bereits portionsweise in Gläser füllen und abgedeckt für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen.

Bon appetit!

Kochen macht Spaß! Vor allem, wenn man nicht alleine kochen muss!

Schon zu WG-Zeiten war es eine wunderbare Sache, wenn wir , meist am Wochenende oder an Feiertagen, alle gemeinsam in der Küche gestanden sind und miteinander geputzt, geschnippelt, gekocht, gebacken und gebrutzelt haben.

Gestern war es wieder einmal so weit. Gemeinsam mit meiner sehr, sehr lieben Freundin Daniela, haben wir uns gestern hemmungslos der veganen Schlemmerei hingegeben.

Begonnen hat der Kochtag gegen Mittag mit einer Kanne voll Kaffee und meinen leckeren Apfel-Zimt-Muffins, die ich hier ja schon thematisiert habe. Und wie das beim Kaffeeklatsch so ist, die Zeit vergeht wie im Flug…

Nach gefühlt 10 Minuten, tatsächlich aber nach etwa drei Stunden haben wir dann ein Kilo Ludwigsburger Spargel in einen unglaublich leckeren Salat von Nicole Just aus dem Buch „La Veganista – Lust auf vegane Küche“ sowie eine bestechend einfach Mousse au Chocolat aus Seidentofu gebastelt und genossen.

Es war – im wahrsten Sinn des Wortes – köstlich!

Als nächstes werden wir – nachdem wir gemeinsam das Kochbuch gewälzt haben – übrigens Nicole Justs „Linsenbraten“ ausprobieren… das Rezept verheißt wirklich Gutes!

Lassen wir uns überraschen!

PS: Das Rezept für den Salat kann ich hier natürlich nicht verraten. Aber ihr wisst ja, wo ihr es finden könnt!

Kleine Wohlfühlhelfer

Nachdem ich ja heute Mittag nur den Tofu marinieren musste, habe ich mich einmal mehr an die leckeren Apfel-Zimt-Muffins gewagt, die ich kurz vor dem VSD bei den veganen Rezepte-Bloggern „Laubfresser“ (dort heißen sie Apfel-Zimt-Marzipan-Muffins, das Marzipan habe ich komplett weggelassen, das war mir zu kalorienreich) gefunden habe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die beiden etwas dagegen habe, wenn ich ihr Rezept hier – leicht abgewandelt aus gutem Grund – hier veröffentliche.

Der eine oder die andere könnte jetzt denken „Wie, Apfel-Zimt? Is denn heut scho Weihnachten“? Nein, aber mir ist trotdem nach heimelig und kuschelig zumute und die Apfel-Zimt-Muffins in meiner, leicht abgewandelten Form schmecken wie Pfannekuchen mit Apfelmus – also wie Kindheit, wie Oma, halt einfach mmmmmmmh….

Für 12 kleine Wohlfühlhelfer brauchen wir folgendes:

125 Gramm Zucker
200 Gramm Mehl
1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver
4 TL selbstgemachter Vanillezucker
125 ml Pflanzendrink (Soja-, Getreide- oder Nussmilch)
100 ml Öl (Sonnenblumenöl)
200 Gramm Apfelmus oder Apfelmark
eine Prise Salz
1 TL Zimt

Zucker, mit Backpulver vermischtes Mehl, Vanillezucker, Salz und Zimt mischen. Pflanzendrink, Öl und Apfelmus in ein Rührgefäß geben, mit dem Schneebesen gut durchmischen, damit die Flüssigkeiten emulgieren, dann über die trockenen Zutaten geben und mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe etwa 5 Minuten rühren (je länger man rührt, um so mehr Luft wird untergerührt und um so fluffiger werden die Muffins!).

Muffinblech mit Förmchen auslegen, jedes Förmchen gut zur Hälfte mit der Masse befüllen (ich nehme dazu eine Spritztülle, das macht am wenigsten Geschmotz).

Backofen auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen, Muffinblech auf der mittleren Schiene einschießen und die Muffins 20 bis 25 Minuten backen lassen, rausholen. Fertig!

Ein paar Bemerkungen:

Ich persönlich bevorzuge für solches, eher helles Kleingebäck Roh-Rohrzucker. Bei dunklem Gebäck und auch bei Brot (als Hefestarter) bevorzuge ich wegen des stärker malzigen Geschmacks eher Vollrohrzucker.
Alternativ geht natürlich auch Agavendicksaft (nein, er ist nicht gesundheitsschädlicher als jeder andere Zucker…), Ahornsirup oder Stevia. Damit kenne ich mich aber nicht aus, weshalb die, die ich heute gebacken habe, deutlich weniger süß sind als die mit Zucker, da ich in Ermangelung des passenden Zuckers Agavendicksaft genommen habe und davon offensichtlich etwas zu wenig.

Den Vanillezucker mache ich aus den Resten ausgekratzter Vanillestangen selber oder – wenn’s etwas edler sein soll, mische ich es mir selbst mit etwas Vanillepulver und Zucker. Beim Zimt verfahre ich genau so, der Zimt löst sich leichter auf und bildet keine Klümpchen, wenn er mit Zucker gemischt unter die Zutaten gegeben wird.

Warum verwende ich Apfelmus und keine kleingeschnittenen Äpfel wie das Originalrezept? In meinem ersten Versuch hatte ich die Äpfel noch kleingeschnitten. Dadurch wurden die Muffins aber sehr bröckelig, da überall dort, wo die Äpfel waren die Muffins deutlich feuchter waren als an den anderen Stellen. Das Apfelmus lässt sich leichter einarbeiten, es ist viel geschmacksintensiver als Apfelstückchen und wirkt zusätzlich als Triebmittel, weshalb man die Backpulvermenge deutlich reduzieren kann (um 50 Prozent gegenüber dem Originalrezept)

Tofu-Schnetzel-Gemetzel a la rabiata

Heute war eigentlich Spargel essen angesagt. Das hat sich aber auf morgen verschoben, was nicht weiter schlimm ist, aber ich musste eben umdisponieren.  Beim Blick in den Kühlschrank fiel mir eine Packung Naturtofu auf, die dringend verzehrt werden wollte. Und da geschah das Unfassbare…

Die Verdächtigen
1 Packung Tofu natur (sollte von eher fester Konsistenz sein, das ist später wichtig!)
Sojasoße (nach Möglichkeit natürlich ohne Glutamat)
Olivenöl
3 oder mehr Knoblauchzehen, je nach Lust und Laune
etwa 3 cm frischen Ingwer (der Ingwer muss frisch sein, kein Pulver oder Granulat!!)
1 oder mehr Chilischoten, je nach Schärfebedarf
Getreide- oder Sojamilch
neutrales Öl
Sesamöl (wer es mag)
Gewürze ebenfalls nach Lust und Laune, in meinem Fall war es ein Probepäckchen „Witwe Boltes Brathendlgewürz“ von Sonnentor, das ich noch im Küchenschrank hatte.
Pasta nach Belieben
Salz

Dieses Gericht braucht, zugegebenermaßen, Zeit. Es ist also nichts für spontane Hungerattacken. Warum? Weil der Tofu, der später die Hauptrolle in dem Gemetzel spielen wird, erst mal einige Stunden mit einigen der Verdächtigen völlig arg-  und ahnungslos rumhängen wird…

Der Tathergang
Den Tofublock in möglichst gleichmäßige Streifen schneiden. Am besten geht das, wenn man ihn erst mal in vier gleich große Scheiben und dann noch einmal in Streifen schneidet. Das, was dann dabei rauskommt, sieht von der Form aus wie Kalbsgeschnetzeltes, nur halt eben ohne Kalb. Deshalb ist es auch wichtig, dass der Tofu von Haus aus so fest wie möglich ist, weil er sonst zerfällt.

Danach in ein verschließbares Gefäß geben und mit Sojasoße beträufeln und Olivenöl drüber geben.

Die Knoblauchzehen in schmale Scheiben schneiden.

TIPP: Knoblauchzehen NIEMALS durch so eine fürchterliche Knoblauchpresse drücken, davon wird der Knoblauch bitter und sehr scharf!!

Den Ingwer schälen (geht am besten mit einem sehr scharfen Tourniermesser oder mit einem Teelöffel) und in ganz, ganz klitzekleine Würfelchen schneiden.

Die Chilischote(n) entweder einfach nur in Röllchen schneiden (wer es gerne schärfer mag) oder den Bürzel abmachen, halbieren, die Kerne UND die Scheidewand (das Weiße) rausschneiden, denn die Schärfe sitzt bei Chili immer in der Schale und in der Scheidewand.

Zu dem Tofu in das Gefäß geben.

Das Gefäß verschließen und dann den Inhalt gut durchschütteln. Jetzt für mehrere Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Stunden später…

Jetzt eine Pfanne aufsetzen – ich persönlich arbeite am liebsten mit der Wok-Pfanne, 2 – 3 EL neutrales, hitzebeständiges Öl hineingeben (am besten Sonnenblumenöl) und je nach Geschmack 1 TL Sesamöl dazu geben.

TIPP: Bitte kein Oliven- oder sonstiges kaltgepresstes Öl verwenden, das wäre total schade, weil das Öl dann zu heiß wird und seine sämtlichen wertvollen Inhaltsstoffe verliert. Und dafür ist gutes Olivenöl einfach zu schade!

Nebenher das Nudelwasser aufsetzen. In einen großen, möglichst hohen Topf je 100 Gramm Pasta 1 Liter Wasser und 10 Gramm Salz (2 TL) geben. Die Menge Salz hört sich erstmal viel an, aber Pasta braucht viel Salz, um gut zu schmecken.

TIPP: Bitte kein Öl in das Wasser geben. Immer wieder hört man diesen Blödsinn, der sich irgendwann mal eingeschlichen hat, aber völlig unsinnig ist. Pasta hat immer eine etwas rauhe Textur, so kann sich die Soße gut mit ihr verbinden. Wenn man Öl ins Wasser gibt, umschließt das Öl diese rauhe Textur, so dass die Soße und die Pasta nachher in der Pfanne keine Chance haben, sich zu vereinen. Und das wäre ja schade!

Jetzt den Tofu über dem Gefäß mit der Marinade abtropfen lassen (die Marinade nicht wegschütten, sie wird noch gebraucht!!) und den Tofu in die Pfanne mit dem heißen Öl geben. Fünf Minuten bei mittlerer Hitze braten lassen, dann in der Pfanne schwenken und weitere fünf Minuten braten. Jetzt je nach Lust und Laune Marinade in die Pfanne über den Tofu geben und noch einmal 2, 3 Minuten weiterbraten. Jetzt aber immer mal schwenken, damit nichts anbrennt. Schließlich etwa 200 ml Getreidemilch oder auch Wasser und einen Schuß vegane Sahne hinzugeben, kurz noch einmal durchschwenken und von der Herdplatte nehmen.

TIPP: Die Soße wartet immer auf die Pasta. Niemals die Pasta zu früh kochen und dann abgießen. Immer so arbeiten, dass erst die Soße fertig ist und dann die Pasta!

Wenn die Pasta noch gut al dente ist (ca. 2 Minuten vor der auf der Packung angegebenen Zeit), abgießen und direkt in die Pfanne zum Tofu geben. Alles noch einmal gut durchschwenken, 2 Minuten ruhen lassen und dann servieren. Die Pasta gart in dieser Zeit weiter und ist dann genau richtig und auf den Punkt al dente!

Guten Appetit!